Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
01.03.2012 - Nr. 1318

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Morgen, Freitag 02. März 2012, erscheint KEIN COMPASS.
Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Montag, 05. März 2012.


Guten Tag!

Nr. 1318 - 01. März 2012


Saki Schalom ist Experte für israelische Verteidigungsstrategie, den Nahost-Konflikt und die Rolle der Supermächte im Nahen Osten. Er lehrt an der Ben-Gurion-Universität und gehört zum Forschungsteam des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien. Mit ihm sprach die TAZ über einen möglichen israelischen Militärschlag gegen den Iran, mit dem Saki Schalom zwischen April und Juni rechnet. Seine Sorge sind dabei vor allem mögliche Gegenschläge: "Totalschaden muss nicht das Ziel sein"
Der Link zum Interview in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Gläubiger Jude und bekennender Schwuler? Das galt in Israel bislang als nahezu unvereinbar. Doch verschiedene Organisationen werben dafür, dass Israelis beides leben können: ihren Glauben und ihre sexuelle Orientierung. Dabei stoßen sie sowohl auf großes Interesse als auch auf viele Widerstände, wie Peter Münch in seiner Reportage für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG schilder: "Mit Regenbogen-Flagge und Davidstern".
Der Link zur Reportage in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Wieder einmal sorgt ein archäologischer Fund in Jerusalem für Aufsehen: Der Filmemacher Simcha Jacobovici (Jg .1953) vermutet unter einem Mehrfamilienhaus Hinweise auf die Grabstellen von einigen Jüngern Jesu – vielleicht sogar von Jesus selbst. Laut der israelischen Tageszeitung „Haaretz“ könnten die Funde „revolutionäre Folgen“ für das Verständnis des frühen Christentums haben. Die WELT berichtet nähere Einzelheiten: "Lieg das Grab Jesu unter einem Mehrfamilienhaus?".
Der Link dazu in der Rubrik ISRAEL INTERN.

Eine geheime E-Mail soll belegen, dass der türkische Ministerpräsident Erdogan bereits 2010 vor hatte, mit Israel zu brechen. Drei Monate später kam es zur Provokation der "Hilfsflotte" für Gaza - und zum Bruch der Beziehungen mit Israel. Der Konflikt um die Gaza-Flotte also "nur" ein willkommener Anlaß? Boris Kalnoky versucht in der WELT die Hintergründe zu klären: "Erdogans Bruch mit Israel war lange geplant".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Über das Schicksal von lesbischen Frauen in der Zeit des Nationalsozialismus ist erstaunlich wenig bekannt. Jetzt hat sich ein Workshop in der Gedenkstätte Ravensbrück dem Thema gewidmet und Formen des Erinnerns an verfolgte homosexuelle Frauen diskutiert, wie Anna Polonyi für die TAZ berichtet: "Das Verstecken der Liebe".
Der Link zum Bericht in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Eine bizarre Geschichte, die ebenfalls auf das Konto des Holocaust geht: Stefan Jerzy Zweig wurde in letzter Minute von der Transportliste nach Auschwitz gestrichen. Doch nur ein "Opfertausch" bewahrte ihn als Kind vor dem Vernichtungslager, da ist Historiker Volkhard Knigge unerbittlich. Den Holocaust-Überlebenden trifft das schwer - vor Gericht kämpft er gegen die Verwendung des Wortes "Opfertausch". Um zu verstehen, worum es geht bei diesem heillosen Streit, sollte man wissen, dass Stefan Jerzy Zweig nicht irgendein Häftling in Buchenwald war, sondern das "Kind von Buchenwald". Er kam als dreijähriger Junge mit seinem Vater, einem Krakauer Anwalt, ins KZ. Mutter und Schwester wurden in Auschwitz ermordet, und auch er, der Jüngste in Buchenwald, sollte ihnen in den Tod folgen. Es waren kommunistische Häftlinge und sein Vater, die dem jüdischen Jungen im Lager halfen. 1958 machte der DDR-Autor Bruno Apitz aus seiner Rettung das Buch "Nackt unter Wölfen", es wurde ein Welterfolg und verfilmt, als antifaschistische Heldengeschichte - und unter Weglassung einiger Details. Wie die juristische Geschichte um den Begriff des "Opfertauschs" nun ausging, schildert in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG Constanze von Bullion: "KZ-Überlebender wehrt sich gegen Begriff des 'Opfertauschs'"
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

In Frankfurt ist sie geboren - nun kommt das Erbe von Nazi-Opfer Anne Frank in ihre Geburtsstadt. Es erhält einen Platz im Jüdischen Museum im Rothschildpalais, das dafür ausgebaut wird. FAZ, SÜDDEUTSCHE und NEUES DEUTSCHLAND berichten von der Übergabe wesentlicher Dokumente, Briefe und Objekte an das neue Familie-Frank-Zentrum in Frankfurt. Und der SPIEGEL sprach vor diesem Hintergrund mit Buddy Elias. Der Cousin der Tagebuch-Autorin erinnert sich, wie die Habseligkeiten durch Zufall entdeckt wurden - und warum ihm Anne so nah stand: "Erinnerungen vom Dachboden".
Alle Links zum Thema in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Wegen der antisemitischen Tiraden eines Fans des 1. FC Kaiserslautern gegen den israelischen Stürmer Itay Shechter beim Sonntagstraining auf dem Betzenberg hat sich nun sogar der Generalkonsul des Staates Israel für Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland, Tibor Shalev Schlosser, aus München zu Wort gemeldet. Auch die jüdische Gemeinde verurteilt den Ausfall - und fordert schärfere Reaktionen. Es herrscht Entsetzen, es gibt Entschuldigungen und Ermittlungen: Die antisemitischen Beleidigungen belasten den deutschen Fußball, wie ALLGEMEINE ZEITUNG und SÜDDEUTSCHE ZEITUNG berichten: "Wer solche Fans duldet, gehört bestraft".
Die Links dazu in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Es begann mit einem brutalen Überfall: Im Sommer 2010 verprügelt eine Gruppe von Neonazis einen Barkeeper in einem Restaurant mitten in Regensburg. Die Stadt verfällt zunächst in Schockstarre, nichts passiert. Doch dann entwickelt sich aufgrund einer Initiative von Wirten Widerstand. Inzwischen gilt diese Initiative "Keine Bedienung für Nazis" bayernweit als Vorzeigeprojekt, wie Felicitas Kock in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG berichtet: "Kein Bier für Nazis".
Der Link zum Bericht in der Rubrik RECHTSRADIKALISMUS.

Eigentlich meinen sie es doch nur gut: Die Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, kurz Mormonen genannt, wollen möglichst vielen Menschen die Chance auf Erlösung verschaffen. Und weil die nur Getaufte bekommen, gibt es bei den Mormonen rituelle Stellvertretertaufen für Verstorbene. In diesen "Genuß" einer postumen Taufe sind nun u.a. Mahatma Gandhi, Barack Obamas Mutter und auch Holocaust-Opfer wie Anne Frank gekommen. Stellvertretend unterzogen sich dabei Mitglieder der Glaubensgemeinschaft dem Tauf-Ritual. Was dem Seelenheil dienen soll, sorgt nun für Empörung, berichtet Benjamin Schulz für den SPIEGEL: "Toten-Taufe bringt Mormonen in Bedrängnis".
Der Link zum Bericht in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Wegen der bereits im Vorfeld umstrittenen Verleihung des Deutschen Medienpreises an den palästinensischen evangelischen Pfarrer Mitri Raheb (Bethlehem) ist es im Nachklang nun in der badischen Landeskirche zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Mitglieder des "Freundeskreises Kirche und Israel in Baden" werfen Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe) in einem "Offenen Brief" vor, „sich entgegen synodaler Beschlüsse ohne Abstriche mit der Position von Mitri Raheb solidarisiert“ zu haben. Den Offenen Brief haben die Professoren Ekkehard Stegemann (Basel) und Wolfgang Stegemann (Neuendettelsau) sowie Schuldekan i.R. Albrecht Lohrbächer (Weinheim) unterzeichnet, wie KATH.NET berichtet.
Der Link zum Bericht sowie der Wortlaut des "Offenen Briefes" in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Der Franziskanerkustos im Heiligen Land, Pierbattista Pizzaballa, hat sich an den Präsidenten Israels Shimon Peres gewandt, nachdem wiederholt antichristliche Parolen auf Schulen, Klöstern und Friedhofsmauern geschmiert worden waren. In einem Brief forderte Pizzaballa, dass Peres dem Vandalismus ein Ende setzten solle. Die „schockierenden Parolen“ hätten die Gefühle aller Christen und Pilger im Heiligen Land verletzt, so der Kustos. Die Christen hätten im Laufe der Jahre gelernt, Provokationen zu ignorieren, nun sei die Grenze aber überschritten. Man wolle „nicht mehr schweigen“. Graffitis wie „Tod den Christen“ oder „Wir werden euch kreuzigen“ hatten christliche Klöster und Schulen in Jerusalem entwürdigt.
Links zum Thema in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Gideon Joffe ist neuer Gemeindevorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Mit 17 von 21 Stimmen ist der Spitzenkandidat vom Bündnis »Koach!« gewählt worden. Bei der Wahl ging es freilich turbulent bis chaotisch zu. Dem neuen Vorsitzenden wird u.a. vorgeworfen, dass derzeit die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelt. JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG, der TAGESSPIEGEL, die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG und die BERLINER ZEITUNG berichten über Verlauf und Hintergründe der Wahl: "Tumulte überschatten Vorstandswahlen".
Die Links dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Es sind zwar nicht gleich die Wurzeln jüdischen Lebens in Nordamerika, die der gebürtige Gochsheimer Abraham Joseph Reis Mitte des 19. Jahrhunderts gelegt hat; aber als erster ordinierter Rabbiner in dem jungen Staat trug er doch seinen Teil bei zum beachtlichen Aufschwung, den das Judentum seinerzeit in den USA nahm. Zwischen 1825 und 1860 nämlich kletterte die jüdische Bevölkerung in den Vereinigten Staaten von 6000 auf über 150 000 Bürger. Und der 1840 zunächst nach New York übergesiedelte und ab 1841 in der jüdischen Gemeinde von Baltimore als Rabbiner dienende Reis – in Amerika nannte er sich natürlich „Rice“ – galt ihnen als spiritueller Führer. Leo Jäger und Holger Laschka erzählen in der MAIN-POST die abenteuerliche Geschichte des ersten ordinierten Rabbiners in den USA, Rabbi Abraham Joseph Reis.
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ende 2010 veröffentlichte die JÜDISCHE ALLGEMEINE WOCHENZEITUNG ein Ranking von jüdischen Kulturschaffenden in Deutschland. Daniel Barenboim führte die Liste an, gefolgt von Henryk M. Broder und dem Dirigenten Michael Gielen. Rang vier belegte der Schauspieler Dominique Horwitz, dahinter kamen der Direktor des Jüdischen Museums Berlin, W. Michael Blumenthal, der Entertainer Hugo Egon Balder und der Filmproduzent Artur Brauner. Auf den Plätzen 8 bis 10 lagen die Popsängerin Maya Saban, »Literaturpapst« Marcel Reich-Ranicki und der Schriftsteller Maxim Biller. Nun, nach über einem Jahr, stellte die Zeitung diese Liste auf den Prüfstand - und kam zu einer neuen Rangliste der wichtigsten Juden im deutschen Kulturleben: "Außenseiter, Spitzenreiter".
Der Link zur neuen jüdischen Top 10 in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Ein protestantischer Pfarrer als Staatsoberhaupt und eine protestantische Pfarrerstochter als Regierungschefin, Joachim Gauck und Angela Merkel: Der Theologe Friedrich Wilhelm Graf attestiert dem katholischen Bürgertum problematische Zeiten - das Reformationsjubiläum 2017 werfe seine Schatten voraus, meint er im Gespräch mit dem DEUTSCHLANDRADIO: "Zweifelsohne haben die Katholiken ein Problem"
Der Link zum Interview in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

«Selbstmord im Dritten Reich» – das ist ein vielschichtiges Thema voller Widersprüche. Der in London lehrende Historiker Christian Goeschel hat ihm eine Studie gewidmet, die nicht nur vorzüglich lesbar ist, sondern in ihrer multiperspektivischen Herangehensweise auch beispielhaft sei, urteilt Oliver Pfohlmann, der das Buch für die NEUE ZÜRCHER ZEITUNG gelesen hat: "Die Würde wahren".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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