Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
05.03.2012 - Nr. 1319

ACHTUNG:

Die nächste tagesaktuelle Ausgabe erfolgt am Donnerstag, 08. März 2012.


Guten Tag!

Nr. 1319 - 05. März 2012


Entscheidet dieses Treffen über Krieg oder Frieden? Bei seinem Besuch in Washington will Benjamin Netanjahu den US-Präsidenten dazu bewegen, Israel bei einem Angriff auf Irans Atomprogramm zu unterstützen. Kann Barack Obama sich dem Druck überhaupt noch entziehen?, fragt Juliane von Mittelstaedt in ihrem Bericht für den SPIEGEL. Unterdessen erhöht Barack Obama bereits den Druck auf Iran: "Ich werde nicht zögern, Gewalt einzusetzen", sagte er, nicht zuletzt unter dem Druck Israels und der US-republikanischen Gegner des Präsidenten, wie Peter Münch in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG meint. setzen ihn unter Druck. Der israelische Ex-Botschafter in den USA Zalman Shoval betont wiederum im Gespräch mit DEUTSCHLANDRADIO, Israel dürfe nicht den richtigen Zeitpunkt für einen Angriff auf den Iran verpassen. Die Frage sei nicht, ob der Iran die Atombombe schon gebaut habe, sondern ob er in der Lage sei, sie zu bauen: "Iran hat die rote Linie überschritten".
Die Links zum Thema in den Rubriken ISRAEL UND NAHOST AKTUELL sowie ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.

Was würde eigentlich Deutschland tun, wenn Israel und die USA tatsächlich einen Präventivkrieg gegen den Iran begännen? Und was bedeutet es völkerrechtlich, wenn Teheran in der Nuklearfrage lügt? Diesen Fragen widmet sich eine Analyse von Botschafter a.D. Gerhard Fulda in ZENITH - Zeitschrift für den Orient: "Völkerrecht oder Staatsräson". Fulda hat über viele Jahre als Diplomat in zahlreichen islamisch geprägten Ländern gearbeitet, zuletzt als deutscher Botschafter in Indonesien. Zudem ist er Mitglied des Vorstands der Deutsch-Arabischen Gesellschaft (DAG).
Der Link zum Essay in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EURPOPA UND DIE WELT.

Wie geht es weiter nach dem palästinensischen UN-Aufnahmeantrag vom September 2011? Darüber diskutierten kürzlich der palästinensische Botschafter in Berlin, Salah Abdel Shafi, EU-Abgeordneter Hans-Gert Pöttering (CDU) und der israelische Historiker Moshe Zimmermann. Sie äußerten sich am Wochenende vor der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft auf einer Tagung im Haus Ohrbeck bei Osnabrück. Markus Pöhlking war für die OSNABRÜCKER ZEITUNG dabei und schildert seine Eindrücke: "„Siedlungspolitik erschwert die Zwei-Staaten-Lösung“
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Der in den Niederlanden lebende ehemalige Direktor des Leo-Baeck-Institutes in Jerusalem, Daniel Cil Brecher, hat jüngst ein Buch vorgelegt unter dem Titel "Der David - Der  Westen und sein Traum von Israel". In dem Buch vertritt Brecher die These, in Europa und Nordamerika grassierten seit dem 19. Jahrhundert teils romantisch verklärte, teils realpolitisch motivierte „Wunschbilder“ über „Israel“ und den Zionismus. Der Berliner Politikwissenschaftler und ONLINE-EXTRA-Autor Martin Kloke hat das Buch gelesen und rezensiert.
Seine Rezension im Wortlaut heute in der Rubrik ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.

Im Zuge der Zwickauer Nazimorde sehen sich Behörden wie der Verfassungsschutz dem Vorwurf der Rechtslastigkeit ausgesetzt. Wirkt in Ämtern wohlmöglich noch Gedankengut aus der NS-Zeit nach? Zumindest gab es personelle Kontinuitäten nach dem Zweiten Weltkrieg, die bislang nur unzureichend untersucht wurden, wie Historiker auf einer Bundestagsausschuss-Anhörung berichteten. Jürgen König fasst für DEUTSCHLANDRADIO die Anhörung zusammen: "Aufarbeitung der NS-Zeit wurde in Ministerien 'bewusst blockiert'"
Der Link zum Bericht in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Frauen, Kinder. Männer - Stunden vor dem Tod: Das weltberühmte Lilly-Jacob-Fotoalbum dokumentierte das Grauen im Vernichtungslager Auschwitz wie kein anderes. Fast 70 Jahre später hat ein Fotograf die Orte des Schreckens noch einmal aufgenommen. Entstanden ist ein bedrückender Bildband, wie Christian Gödecke im SPIEGEL erläutert: "Der Ort ist noch da, die Menschen sind es nicht mehr"
Der Link dazu in der Rubrik VERGANGENHEIT...

"Grüß Gott" oder "Berg Heil"? In einer Ausstellung beschäftigt sich der Deutsche Alpenverein mit seiner Rolle vor und während des "Dritten Reichs". Wolgang Albers hat die Ausstellung für die ZEIT besucht: "Schweres Gepäck".
Der Link zum Bericht in der Rubrik VERGANGENHEIT...

Der Schock in Kaiserslautern sitzt immer noch tief: Nach den antisemitischen Pöbeleien einiger Anhänger gegen den jüdischen Stürmer Itay Shechter (siehe Compass 01.03.2012) planen die Fans für Samstag Solidaritätsbekundungen. Die Verantwortlichen gingen dazu mit gutem Beispiel voran, wie Christoph Ruf im SPIEGEL berichtet: "Aufstand gegen Antisemiten".
Der Link zum Beitrag in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Als Student war Henryk M. Broder links, natürlich. Bis 1976, als palästinensische Terroristen ein Air-France-Flugzeug entführten und die Linke die Befreiungsaktion durch ein israelisches Kommando verurteilte. Von da an verfolgte er alles, was in linken Organen über den Konflikt im Nahen Osten geschrieben wurde. Was er fand: Antisemitismus im Kostüm des Antizionismus. Dies ein Thema in seinem demnächst erscheinenden Buch "Vergesst Auschwitz!: Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage". Die WELT druckt daraus einen längeren Auszug. U.a. ist zu lesen:
"Die Deutschen haben Glück gehabt, die Geschichte hat ihnen den Maßstab ins Haus geliefert: Auschwitz und der Holocaust. Deswegen rufen sie "Nie wieder!" und "Wehret den Anfängen!", bauen monströse Mahnmale und gedenken jedes Jahr am 27. Januar der Befreiung von Auschwitz durch die Rote Armee. Es sei unsere gemeinsame Pflicht, sagen dann die Festredner, dafür zu sorgen, dass sich so etwas Schreckliches nie mehr wiederholt. Doch kaum haben die Redner ihre Manuskripte wieder eingesteckt und die Musiker ihre Instrumente eingepackt, geht es mit der Routine weiter. Man empfängt Vertreter der iranischen Regierung und der iranischen Wirtschaft und verhandelt mit ihnen über einen Ausbau der Beziehungen, wohl wissend, dass die iranische Atompolitik nicht nur Israel, sondern den ganzen Nahen und Mittleren Osten bedroht. Die Deutschen sind dermaßen damit beschäftigt, den letzten Holocaust nachträglich zu verhindern, dass sie den nächsten billigend in Kauf nehmen. Man kann sich ja nicht um alles gleichzeitig kümmern, man muss Prioritäten setzen. Das "Nie wieder!" bezieht sich auf 1933, "Wehret den Anfängen!" meint die "Machtergreifung" durch die Nazis. Zugleich sind die Deutschen sehr stolz darauf, dass sie, im Gegensatz zu den Juden/Israelis, "aus der Geschichte gelernt" haben. Und was haben sie gelernt? Dass vom deutschen Boden nie wieder ein verlorener Krieg ausgehen darf!"
Und etwas später heißt es:
"Die historische Verantwortung Deutschlands erschöpft sich darin, "die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten", nicht etwa die kommende Endlösung der Nahostfrage zu verhindern. Es ist eine Art Ablasshandel. Dabei sind 60 Millionen für die Sanierung von Auschwitz nur ein Bruchteil der Summe, die im deutsch-iranischen Handel umgesetzt wird; eine Broschüre der "Deutsch-Iranischen Handelskammer zu Teheran" führt 200 deutsche Firmen auf, die im und mit dem Iran Geschäfte machen, darunter auch zwei Unternehmen, die Tunnelbohrmaschinen herstellen, die für den Bau von unterirdischen Urananreicherungsanlagen gebraucht werden, und zwei Hersteller von "fahrzeuggestützten", das heißt mobilen Kränen, die bei öffentlichen Hinrichtungen zum Einsatz kommen."
Der Link zum vollständigen Auszug in der Rubrik ANTISEMITISMUS.

Der Londoner Philosoph Alain de Botton ist Atheist. Das hindert ihn freilich nicht daran, der Religion durchaus Nützliches abzugewinnen. Sein neues Buch ("Religion for Atheists: A non-believer's guide to the uses of religion") will in diesem Sinne eine Anleitung für Nichtgläubige sein, um von dem Erfahrungsschatz der Religionen fürs tägliche Leben zu profitieren. Die schweizer-jüdische Wochenzeitung TACHLES sprach mit dem Philosophen: "Trost des Atheisten".
Der Link zum Interview in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Wollen sich die Muslime in Deutschland nicht integrieren? Ist Multikulti gescheitert? Hat Sarrazin doch recht? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums erregt die Gemüter (siehe Compass 01.03.2012). Hauptsächlich deshalb, weil die Erregten sie noch nicht gelesen haben, so der Eindruck von Alan Posener in der WELT. Auch von kirchlicher Seite ist Widerspruch gegen allzu schnelle Schlußfolgerungen zu hören. So kommt beispielsweise auch der evangelischen Landesbischof Markus Dröge zu einem ganz anderen Schluss, als dies Innenminister Friedrich suggeriert. Dröge warnt davor, "zwischen Menschen unterschiedlicher Religionen zu spalten".
Links zum Thema in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

Als Kind fand Katajun Amirpur Iran deutlich attraktiver als Deutschland. Geboren wurde sie in Köln als Kind einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters, der unter  Schah Mohammad Reza Pahlavi iranischer Kulturattaché war. Amirpur studierte Islamwissenschaften in Bonn und Teheran. Nach einer Gastprofessur an der Uni Zürich ist sie seit 2011 Professorin der Hamburger Akademie der Weltreligionen. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Islam und Gender, sowie Islam und Dialog. Außerdem ist sie als Publizistin tätig. Die TAZ führte mit ihr ein langes Interview: "Ich dachte: Jetzt erst recht".
Der Link dazu in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.

„Bimah“ ist Hebräisch und heißt „Bühne“. Und ebenso - "Bimah" - heißt das einzige feste jüdische Theater in Deutschland. Gerade ist es in das traditionsreichste Theaterviertel Berlins gezogen, wie Felix Johannes Enzian in seinem Porträt des Theaters für die LAUSITZER RUNDSCHAU berichtet: „Diese Kultur ist nie abgebrochen“
Der Link zum Beitrag in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

»Wer mich einen Fremden heißt, mordet mich zehnfach. Ich komme oft auf dieses Thema. Aber Du weißt nicht, lieber Freiligrath, was ein Judenkind auf der Welt zu dulden hat.«  Diese Zeilen stammen aus einem Brief Berthold Auerbachs im Jahre 1943 an seinen Freund, den Dichter Ferdinand Freilighrath. Dieser Tage wurde Auerbach 200 Jahre alt. Rosemarie Schuder erinnert aus diesem Anlass im NEUEN DEUTSCHLAND an den Dichter, seine Not und seine Hoffnung auf Humanität: »Seid zu stolz, euch unglücklich zu denken.«
Der Link dazu in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Nicht im Gelobten Land, sondern auf der Insel Mauritius landeten 1940 nach wochenlanger Irrfahrt etwa 1600 Juden, die vor den Nazis flohen. Dort wurden sie als Deportierte in ein ehemaliges Gefängnis verbracht. Im kommenden Jahr soll nun ein kleines jüdisches Museum an die Zeit der Deportation erinnern, wie Antje Allroggen für DEUTSCHLANDRADIO berichtet: "Aus der Hölle über das Paradies ins gelobte Land. Auf Mauritius soll ein Museum an jüdische Emigranten erinnern".
Der Link zum Bericht in der Rubrik JÜDISCHE WELT.

Die Kirche werde nicht als die Institution wahrgenommen, die tatsächlich die Lebensfragen junger Menschen beantwortet, sagt Simon Rapp, Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Die Kirche müsse sich daher mehr bemühen, die Fragen der Menschen von heute zu beantworten. Zu diesem Umdenken der Kirche gehöre auch eine andere geistliche Stellung der Frau, wie er im Interview mit DEUTSCHLANDRADIO ausführt: "Ich kann mir Priesterinnen vorstellen"
Der Link dazu in der Rubrik CHRISTLICHE WELT.

Kein Kuss, kein Sex, sondern eine schlichte Umarmung verspricht den Menschen den tiefsten Trost in existenzieller Unbehaustheit. Davon ist zumindest der 58 Jahre alte israelische Schriftsteller David Grossman überzeugt, wenn man seine kurze Parabel "Die Umarmunb" liest, wie es Gabriela Jaskulla für DEUTSCHLANDRADIO getan hat: "Sehnsucht nach Nähe".
Der Link zur Buchvorstellung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.

Dies alles und noch viel mehr wie üblich direkt verlinkt, ergänzt von aktuellen FERNSEH-TIPPS sowie einschlägigen ONLINE-REZENSIONEN im heutigen COMPASS.


Einen angenehmen Tag wünscht


Dr. Christoph Münz

COMPASS

redaktion@compass-infodienst.de

(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)



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