Deutsche Bibliothek ISSN 1612-7331
19.01.2010 - Nr. 1104

Rom: Papst besucht Synagoge



Theologe beklagt wachsende Distanz zwischen Religionen

[EVANGELISCH.DE]
Religionen schotten sich nach Ansicht des Münsteraner Theologen Hans-Peter Großhans zunehmend voneinander ab. Der "populäre Ruf nach Toleranz" reiche nicht aus, um die Distanz zu überbrücken... 

„Religion besitzt eine große Prägekraft für unsere Kultur“



Von Stefan Buchholz und Sabine Kleyboldt | Kunsthalle Dominikanerkirche Osnabrück zeigt sakrale Kunst von Günther Uecker... 

Wie Christen in Israel zurückgedrängt werden



Von Michael Borgstede | Immer weniger Schäfchen im Heiligen Land: Eine internationale Delegation katholischer Bischöfe besuchte ihre Glaubensbrüder in Israel. Deren Lage ist schlechter geworden. Die Gemeinde in Israel schrumpft seit Jahren, und die Weltkirche muss dieser Entwicklung hilflos zuschauen...






Der Herr hat an Ihnen Großes getan,



Von Papst Benedikt XVI. | Ansprache des Papstes in einer deutschen Arbeitsübersetzung...

„Das Schweigen von Pius XII. schmerzt noch heute“



Von Pacifici / Gattegna / Di Segni | Die wichtigsten Auszüge aus den Ansprachen jüdischer Vertreter an Benedikt XVI.: Riccardo Pacifici, Präsident der jüdischen Gemeinde von Rom; Renzo Gattegna, Präsident der Union der jüdischen Gemeinden Italiens; Shemuel Riccardo Di Segni, römischer Oberrabbiner ... 

Der schwere Weg des Papstes in die Synagoge



Von Paul Badde | 24 Jahre ist es her, dass ein Papst die Synagoge in Rom besuchte. Damals war es ein gebürtiger Pole, heute kommt ein Deutscher – das macht die Sache kompliziert. Benedikt XVI. muss sich auf unangenehme Fragen einstellen, etwa weil er die Seligsprechung des umstrittenen Pius XII. vorantreibt... 

Benedikt XVI. besucht erstmals Synagoge in Rom



apst verteidigt Wirken des Vatikans im Zweiten Weltkrieg ... 

Eine Relecture der „Zehn Worte“: Benedikt XVI. in der Synagoge Roms



Der historische Besuch es Papstes: Juden und Christen auf dem unwiderruflichen Weg der Freundschaft, um vor der Welt den einen Gott zu bezeugen... 

Gesten, Emotionen und der alte Streit



Von Guido Horst | Auch über dem zweiten Besuch eines Papstes in der römischen Synagoge lagen die Schatten der Vergangenheit... 

Der Papst und die Juden: Es siegt der Dialog



Italiens Zeitungen bewerten Synagogenbesuch als historisch. Presseschau... 

„Ein wichtiges Zeichen“



Jesuitenpater Christian Rutishauser von der Päpstlichen Hochschule Gregoriana in Rom zum Synagogenbesuch des Papstes und seinem Schweigen über Pius XII. ... 

Pius XII. als "Gerechter der Völker"?



Von Ulrich W. Sahm | Der Holocaustüberlebende und Publizist Noah Kliger hat sich in die Debatte zur geplanten Heiligsprechung von Papst Pius XII eingemischt...  




Christlich-jüdische Gesellschaften in Sorge um Heiligsprechung von Pius XII.



Hochverehrter Papst Benedikt,

in Erinnerung an unseren Brief vom 28. Oktober 2008 wenden wir uns erneut in großer Sorge um eine weitere Belastung des jüdisch-christlichen Verhältnisses – vor allem in Deutschland, Polen, Israel und USA – an Sie. Wir meinen die wohl bald bevorstehende Heiligsprechung von Papst Pius XII.

Am 19. Dezember 2009 – in den Tagen von Chanukka und Weihnachten – haben Sie in einem Dekret den „heroischen Tugendgrad“ von Papst Pius XII. anerkannt, ihn als „verehrungswürdig“ eingestuft und damit den Weg für den weiteren Prozess seiner Heiligsprechung freigemacht. Für diese ist jetzt nach der „Apostolischen Konstitution zur Durchführung von Kanonisierungsverfahren“ nur noch ein anerkanntes, auf seine unmittelbare Fürsprache gewirktes Wunder notwendig.

Nach den Irritationen durch die Wiedereinführung des Tridentinischen Ritus und der Karfreitagsfürbitte für den außerordentlichen Ritus 2008 sowie im vergangenen Jahr durch die Aufhebung der Exkommunikation der vier Bischöfe aus der Pius-Bruderschaft, unter denen sich ein Holocaustleugner befindet, der bislang nicht zur Einsicht gelangt ist, wird das seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil erneuerte Verhältnis der römisch-katholischen Kirche zum Judentum wiederum belastet. Wir bedauern dies außerordentlich.

Wir beklagen dies umso mehr deshalb, weil die Vatikanischen Archive für die Regierungszeit des Pacelli-Papstes für die Jahre 1939 bis 1958 noch nicht für die Forschung freigegeben wurden. Erst eine Einsicht in diese Archivalien würde es erlauben, angemessen über sein Verhalten urteilen zu können.
Im Einklang mit der katholischen Kirchengeschichtsforschung (vgl. Theologische Revue 105, 2009, Nr. 4, 265-278) stimmen wir der Forderung von jüdischen und christlichen Historikern nach Öffnung der Archive zu.

Nicht zuletzt möchten wir den Blick auf die letzten Überlebenden der Schoa und ihre Angehörigen lenken, für die die Seligsprechung und eine Heiligsprechung des Papstes, der zum Schicksal und zur Ermordung jüdischer Menschen auch nach dem Ende der NS-Zeit geschwiegen hat, kaum erträglich ist.
Auch katholische Christen dürften große Schwierigkeiten haben, dem Urteil zuzustimmen, dass Pius XII. „dem Vorbild Christi besonders gefolgt ist“ und „durch heroische Tugendübung … ein hervorragendes Zeugnis für das Himmelreich abgelegt hat.“ Wir befürchten, dass durch das vorauseilende päpstliche Urteil zur Heiligkeit Pius XII. das Amt des Papstes an Ansehen und folglich die innere Einheit der Kirche leiden dürfte. Auch der innerchristliche Dialog würde somit belastet.

Wir bitten zum jetzigen Zeitpunkt und ohne Klärung der historischen Quellen dringend um ein Moratorium der Heiligsprechung von Pius XII.

Mit dem Ausdruck tiefen Respekts

i. A. von Präsidium und Vorstand
Prof. Dr. theol. Hubert Frankemölle
(Mitglied des Vorstandes)

Dr. h.c. Henry G. Brandt
(Jüdischer Präsident)

Dr. Eva Schulz-Jander
(Katholische Präsidentin)

Pfr. Ricklef Münnich
(Evangelischer Präsident)

(Quelle: DKR)




Ungebrochene Selbstidealisierung



Von Brigitte Rommelspacher | Problematisch ist es, wenn die Unterdrückung der Frau mit einer ganzen Kultur oder Religion gleichgesetzt wird. Ein Essay. [Die Autorin ist Professorin für Psychologie mit dem Schwerpunkt Interkulturaltiät und Geschlechterstudien in Berlin] ... 

Dänemark streitet über Ganzkörperschleier



Von Hannes Gamillscheg | Ein umstrittener Bericht über die Verwendung von Burka und Niqab durch muslimische Frauen hat in Dänemark einen neuen Streit über das Verbot von Ganzkörperschleiern ausgelöst... 




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