
Guten Tag!
Herzlich Willkommen zur ersten COMPASS-Ausgabe im Jahr 2010!
Auch in diesem, nunmehr 9. Jahrgang seiner Existenz wird sich COMPASS mit gewohntem Einsatz darum bemühen, Ihnen die "Perlen" im täglichen Nachrichten-Dschungel heraus zu fischen und Ihnen damit einen "Compass" an die Hand zu geben, der Ihrer Information und Meinungsbildung dienlich sein möge!
Bleiben Sie COMPASS gewogen!
Zur heutigen Ausgabe:
Bei den gestrigen deutsch-israelischen Regierungskonsultationen herrschte eine gute Stimmung. Premier Netanjahu sprach von einem historischen Moment. Er und Kanzlerin Merkel besuchten das Holocaust-Mahnmal, vereinbarten Entwicklungsprojekte und kritisierten insbesondere den Iran: Wenn der Iran seine Haltung nicht ändere, werde Deutschland an umfassenden Sanktionen arbeiten, kündigte Angela Merkel nach dem Treffen mit Israels Premier Netanjahu an. Im Nahen Osten sprach sich die Kanzlerin für rasche Friedensverhandlungen aus.
Links zu Berichten und Kommentaren in den Rubriken ISRAEL AKTUELL und ISRAEL, DEUTSCHLAND, EUROPA UND DIE WELT.
Vor einem Jahr endete der Gaza-Krieg. Er hat die Konfliktparteien weiter von einem Frieden entfernt denn je, meint Christoph Bertram in einem Beitrag für die ZEIT. Die Gefahr neuer Gewaltausbrüche nehme immer mehr zu. Bertram sieht als einzig denkbare Abhilfe: "In Nahost hilft nur internationaler Druck".
Der Link zu seinem Beitrag in der Rubrik ISRAEL UND NAHOST HINTERGRUND.
Die Klage einer ehemaligen Hausangestellten bringt die Familie von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu in Bedrängnis. Vor einem Arbeitsgericht in Tel Aviv verlangt die Frau umgerechnet mehr als 50000 Euro, weil sie für einen Lohn von weniger als 600 Euro im Monat ausgenutzt worden und zudem von Netanjahus Gattin Sarah herrisch behandelt und gedemütigt worden sei. Peter Münch berichtet in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG, dass diese Demütigungen und Wutausbrüche von Sarah Netanjahu sie selbst in die Depression getrieben haben soll: "First Lady und Despotin".
Der Link zum Bericht in der Rubrik ISRAEL INTERN.
Mit fast 101 Jahren ist die Retterin von Anne Franks Tagebuch und die Beschützerin der Familie Frank vergangene Woche gestorben. In der schweizer-jüdischen Wochenzeitung TACHLES zeichnet Nicole Dreyfus das erfüllte und mutige Leben der Miep Gies nach: "Die stille Heldin".
Der Link zur Würdigung in der Rubrik VERGANGENHEIT...
In den zurückliegenden Wochen des noch jungen Jahres hat sich in den Feuilletons der großen deutschen Zeitungen ein heftiger Streit um die rechte Form und Einschätzung von Islamkritik und Islamkritikern entwickelt. COMPASS wird in seiner morgigen Ausgabe auf einige der wichtigsten Beiträge dieser Debatte verweisen. Ein Aspekt dieses Streites ist u.a. die Frage nach den Unterschieden und Gemeinsamkeiten von Islamophobie und Antisemitismus. Nun hat der Antisemitismusforscher Wolfgang Benz in einem Beitrag für die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG eine Parallele zwischen "Islamophobie" und dem Antisemitismus gezogen. Auf seine Sichtweise hat nun sein Kollege Julius Schoeps, Leiter des Moses-Mendelssohn-Zentrums in Potsdam, im österreichischen Portal DIE JUEDISCHE reagiert. Er schreibt u.a.:
"Wo, frage ich mich, sind in diesem Vergleichskonzept die 'parallelen Wahnvorstellungen', gemäß denen Muslime 'aus rituellen Gründen' Kinder töten, Brunnen vergiften, Kulturen und Völker zerstören, den Ärmsten de Welt das letzte Hemd nehmen oder wahlweise blutige Revolutionen anzetteln? Wo ist der muslimische Alfred Dreyfus, dem in Europa öffentlich die Epauletten abgerissen werden? Wer unterstellt (gemäßigten) Muslimen hierzulande den Plan von der großen Weltverschwörung?"
Die Links zu den Beiträgen von Benz und Schoeps in der Rubrik ANTISEMITISMUS.
Der Besuch von Papst Benedikt XVI. in der römischen Synagoge hat die Titelseiten der italienischen Tageszeitungen am Montag bestimmt. Fast einhellig charakterisierten die Blätter das Treffen als „historisch“. In den Vordergrund rückten die Zeitungen den Sieg des Dialogs über zurückliegende Spannungen zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum sowie die erneute Absage des Papstes an jeglichen Antisemitismus im Namen der Kirche. Zugleich fand ein Redezitat des Präsidenten der jüdischen Hauptstadtgemeinde, Riccardo Pacifici, breite Beachtung, in dem er vor dem Hintergrund der geplanten Heiligsprechung des umstrittenen Pius XII. sagte: „Das Schweigen von Pius XII. zur Shoah schmerzt auch heute als versäumte Tat. Vielleicht hätte er nicht die Todeszüge stoppen können, aber er hätte diesen unseren Brüdern ein Signal, ein Wort der Bestärkung, der menschlichen Solidarität sagen sollen, die zu den Schornsteinen von Auschwitz transportiert wurden.“
Und ausdrücklich sprach sich Pacifici für eine Öffnung der vatikanischen Archive aus, wie es auch kürzlich erst der Deutsche Koordinierungsrat der mehr als achtzig Geselllschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Deutschland in einem Brief an Papst Benedikt ebenfalls forderte. Verbittert und zynisch äußerte sich in gleicher Angelegenheit der Holocaustüberlebende und Publizist Noah Klieger, wie Ulrich W. Sahm für N-TV berichtet. Klieger schlug vor, Papst Pius doch gleich als "Gerechten der Völker" zu ehren. "Wenn ich den Papst Benediktus XVI in der Synagoge in Rom richtig verstanden habe, dann hat sein Vorgänger Papst Pius XII vielen Juden das Leben gerettet", schreibt Kliger in der israelischen Zeitung YEDIOT ACHRONOT. Es müssten nur ein "paar kleine Fragen" beantwortet werden:
"Wie viele Juden hat Pius XII gerettet? Hat er sie im Vatikan oder in seinem Sommerpalast versteckt? Was waren ihre Namen? Warum hat kein einziger Überlebender jemals darüber berichtet und auch keiner von deren Angehörigen? Warum geht der Papst nicht auf solche nebensächlichen Fragen ein?"
Links zu Berichten und Kommentaren zum Synagogenbesuch des Papstes, zur Rede des Papstes sowie zu den Reden der jüdischen Gastgeber in der Rubrik INTERRELIGIÖSE WELT.
Die Titel ihrer Filme stehen fast ausnahmslos für Erfolg: Die Hollywood-Persiflage «Barton Fink» erhielt die Goldene Palme in Cannes, und die Kriminalgroteske «Fargo» wurde ebenso mit einem Oscar für Regieführung belohnt wie «No Country for old Men». Die neue bitterböse Tragikomödie «A serious Man» um einen jüdischen Pechvogel in den 60er Jahren hat auch schon gute Chancen auf einen der begehrten Filmpreise.
Links zu ersten Filmkritiken sowie zwei Interviews mit den Brüdern, die in ihrem Film u.a. ihre eigenen jüdischen Kindheitserlebnisse verarbeiten, in der Rubrik JÜDISCHE WELT.
Drei Jahre nach der französischen Originalausgabe ist nun die deutsche Übersetzung einer monumentalen Monographie über Walter Benjamin erschienen, den nicht wenige für einen der interessantesten jüdischen Denker des 20. Jahrhunderts halten. Ende der achtziger Jahre veröffentlichte der französische Kunsthistoriker und Philosoph Jean-Michel Palmier eine zweibändige Untersuchung über das Exil Weimarer Intellektueller. Aus dem Vorhaben einer Ausarbeitung des Schlusskapitels wurde eine Studie über Benjamin, die wegen Palmiers Tod im Jahre 1998 Fragment blieb. Doch dass dies 1300-seitige Fragment je übertroffen werden könnte, ist schwer vorstellbar, meint Rolf Wiggershausen in seiner Buchvorstellung in der FRANKFURTER RUNDSCHAU: "Im Labyrinth".
Der Link zur Buchbesprechung in der Rubrik ONLINE-REZENSIONEN.
Einen angenehmen Tag wünscht
Dr. Christoph Münz
redaktion@compass-infodienst.de
(Editorial zusammengestellt unter Verwendung des Teasermaterials der erwähnten Artikel)

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